Da es ĂŒber unsere Philosophie und Haltung einfach so viel zu sagen gibt, wir aber wissen, dass nicht alle Zeit und Lust haben, sich das alles durchzulesen. Hier die Kurzfassung:
Hier wird aus tiefster Überzeugung anders geimkert – auf Augenhöhe mit der Natur. Die grösste Besonderheit unserer Arbeit ist der Verzicht auf Schleier und Handschuhe. Dieser hautnahe, feinfĂŒhlige Umgang erfordert absolute Achtsamkeit und schafft eine tiefe, instinktive Verbindung zu den sanftmĂŒtigen Carnica-Bienen. Bei uns ist alles echte Handarbeit: Vom eigenen, rĂŒckstandsfreien Wachskreislauf ĂŒber den Naturwabenbau bis hin zum komplett selbst gestalteten Etikett.
Zur ganzen Wahrheit gehört auch: Die Natur schreibt ihre eigenen Gesetze. Wir mĂŒssen uns tĂ€glich flexibel anpassen und RĂŒckschlĂ€ge wegstecken, wenn das Wetter oder die Tracht einmal nicht mitspielen. Doch genau diese ungeschönte Hingabe, die harte körperliche Arbeit im GelĂ€nde und der Verzicht auf chemische Behandlungsmittel machen das Ergebnis so wertvoll.
Hinter jedem Glas steckt ein absolut naturbelassenes, ungeschĂ€digtes Naturprodukt – getragen von echtem Herzblut, viel Reflexion und konsequentem Bienenwohl direkt aus der Region.

Wir sind zwei Imker, Sven und Cybil, wir sind grosse Verfechter von sanftmĂŒtigen Bienen. Deshalb arbeiten wir auf Basis der Carnica-Genetik, die fĂŒr ihr friedfertiges Wesen bekannt ist. Diese biologische Basis ist jedoch nur die halbe Miete – ebenso entscheidend sind fĂŒr uns die Haltung, das Umfeld und der direkte Umgang des Imkers mit dem Tier.
Unsere Überzeugung geht so weit, dass wir ohne Schleier arbeiten. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Man erhĂ€lt sofort eine direkte RĂŒckmeldung. Wenn man etwas tut, das den Bienen nicht gefĂ€llt, merkt man es unmittelbar und passt die eigene Verhaltensweise schnell an. Schon zum eigenen Wohl vermeidet man dadurch instinktiv unnötige Hektik oder das Quetschen von Bienen. Diese Achtsamkeit sorgt fĂŒr ein harmonisches Miteinander am Bienenstand.
​Dass wir auf Schleier und Handschuhe verzichten, hat neben der direkten Verbindung zu den Bienen einen wichtigen praktischen Grund: Die Arbeit im Hochsommer ist körperlich ohnehin fordernd genug. Mit schwerer Schutzkleidung wird der Tag am Bienenstand schnell zur kaum ertrĂ€glichen Sauna.
​Dazu kommt der Aspekt der PrĂ€zision: Dicke Lederhandschuhe nehmen einem das notwendige GefĂŒhl fĂŒr die Handgriffe. Mit ihnen arbeitet man oft viel unsanfter als beabsichtigt, weil man die nötige Feinmotorik einfach nicht hat. Wenn wir direkt mit den HĂ€nden arbeiten, agieren wir viel bewusster und behutsamer. Diese Freiheit macht die Arbeit fĂŒr uns nicht nur körperlich angenehmer, sondern sorgt auch fĂŒr die nötige Ruhe am Volk, da wir jeden Handgriff prĂ€zise und feinfĂŒhlig ausfĂŒhren können.
Um diesen Weg erfolgreich zu gehen, bleiben wir niemals stehen. Wir blicken bewusst ĂŒber den eigenen Tellerrand und die nationalen Grenzen hinaus: Ob aktuelle wissenschaftliche Studien, internationale FachbeitrĂ€ge oder der Blick auf moderne, praxisnahe KanĂ€le – wir saugen die neuesten Informationen auf und hinterfragen unsere Methoden stetig. Uns geht es darum, die Imkerpraxis laufend zu verfeinern und im Einklang mit der Natur weiterzuentwickeln.

Denn je tiefer man in die Welt der Bienen eintaucht, desto faszinierender wird sie: Das Volk öffnet uns die Augen fĂŒr die enorm komplexen ZusammenhĂ€nge in der Natur, bei denen alles feinsinnig miteinander verwoben ist.

Ein respektvoller Umgang bedeutet fĂŒr uns auch, Verantwortung fĂŒr die Grundlagen zu ĂŒbernehmen. Deshalb zĂŒchten wir unsere Königinnen selbst und achten durch gezielte, feinfĂŒhlige Genetik-Auswahl darauf, die VitalitĂ€t und Sanftmut der Carnica-Linie zu erhalten. Da fĂŒr die Königinnenzucht die Drohnen genauso wichtig sind wie die Königinnen, setzen wir Drohnenwaben ein, ohne diese zu schneiden.

Zum Königinnen-FlĂŒgelschnitt
Der FlĂŒgelschnitt ist eine Methode, bei der ein Teil eines FlĂŒgels der Königin entfernt wird, um sie am Ausfliegen bei einem Schwarmakt zu hindern. Wir lehnen diesen Eingriff entschieden ab.
Unsere BegrĂŒndung: Auch eine flugunfĂ€hige Königin folgt ihrem Instinkt und versucht zu schwĂ€rmen. Finden wir sie nach dem Austritt nicht rechtzeitig auf dem Boden vor der Beute, ist sie dem Tod geweiht – ebenso wie ihr gesamtes Volk, das ohne Königin orientierungslos zurĂŒckbleibt. Wir nehmen das Risiko eines Schwarmverlustes in Kauf, statt durch einen solchen Eingriff das qualvolle Verenden der Königin zu provozieren.

Zum routinemĂ€ĂŸigen Königinnen-Austausch („AbdrĂŒcken“)
Es ist in der Imkerei verbreitet, Königinnen nach ein bis zwei Jahren prÀventiv auszutauschen. Diesen Rhythmus lehnen wir aus Prinzip ab.
Unsere BegrĂŒndung: Wir sehen in Ă€lteren Königinnen ein enormes Potenzial. Unsere Beobachtungen zeigen, dass sie leistungsmĂ€ĂŸig problemlos mithalten können, sofern das Volk durch ein vorausschauendes Raummanagement (genĂŒgend Platz) vor Schwarmstimmung bewahrt wird. Ältere Königinnen schĂ€tzen wir aus drei GrĂŒnden besonders:
Erfahrung: Sie bringen Ruhe in das Volk.
Genetik: Sie liefern wertvolle Drohnen fĂŒr die Begattung.
Resilienz: Wir vertrauen auf die Fitness bewÀhrter Tiere.

Genauso wichtig ist uns, was im Inneren der Beute passiert: Wir betreiben einen eigenen Wachskreislauf – so bleibt das Zuhause unserer Bienen frei von fremden RĂŒckstĂ€nden. Schritt fĂŒr Schritt ĂŒberlassen wir den Bienen das Bauen wieder selbst. Beim Drohnenbau setzen wir den Naturwabenbau bereits konsequent um, damit die Völker ihre Kinderstube genau so gestalten können, wie es ihre Natur verlangt. Auch beim Wabenmanagement gehen wir gezielte Wege: Durch das Schieden des Brutraums ermöglichen wir den Bienen ein kompaktes, konzentriertes Brutnest. Sie können die WĂ€rme dadurch viel effizienter halten und verbrauchen weniger Energie. FĂŒr uns hat das zudem den Vorteil, dass wir die Eingriffe am Volk extrem kurz halten können. Das Bienenvolk bleibt nur so kurz wie nötig geöffnet, was den Stress fĂŒr die Tiere auf ein absolutes Minimum reduziert.
​In der Arbeit mit unseren Bienen setzen wir auf Vertrauen. Wenn unsere Völker ruhig sind und die Zusammenarbeit so harmonisch verlĂ€uft, dass wir völlig in unserem Tun aufgehen, vergessen wir den Smoker oft einfach. Wir sehen ihn nicht nur als Werkzeug, um die Bienen zu „beruhigen“, sondern als eine Art Kommunikationsmittel: Falls wir ihn doch einmal brauchen, nutzen wir einen vorsichtigen Stoss nur, um den Bienen gezielt zu signalisieren, wo wir gerade arbeiten wollen, damit sie uns den nötigen Raum geben. So bleibt der Eingriff fĂŒr das Volk so störungsfrei wie möglich, wĂ€hrend wir respektvoll unseren Platz in ihrem Rhythmus finden.
​Imkern ist fĂŒr uns eine Arbeit, die auf höchster Aufmerksamkeit basiert. Eine der grössten Herausforderungen ist dabei die Achtsamkeit gegenĂŒber jedem einzelnen Tier im Volk. Wir stehen tĂ€glich vor dem Dilemma, dass wir tausende Tiere gleichzeitig bewegen und betreuen mĂŒssen, wĂ€hrend sie in jede erdenkliche Richtung laufen.
​Auch wenn wir mit grĂ¶ĂŸter Sorgfalt arbeiten, ist es bei der IntensitĂ€t unserer TĂ€tigkeit leider nicht gĂ€nzlich zu verhindern, dass Bienen gequetscht werden. Das ist der Moment unserer Arbeit, der uns am meisten abverlangt – eine stĂ€ndige Auseinandersetzung mit der Verantwortung, die wir fĂŒr das einzelne Tier und fĂŒr das gesamte Volk tragen.
​Wir haben uns dazu verpflichtet, die Imkerei nach der bestmöglichen Methode zu betreiben, um solche Verluste auf ein Minimum zu reduzieren. Jeder Handgriff ist darauf ausgelegt, behutsam und vorausschauend zu agieren. Diese bewusste Anstrengung, auch unter schwierigen Bedingungen achtsam zu sein, ist fĂŒr uns ein wesentlicher Bestandteil unserer Philosophie und unseres Respekts vor der Natur.
FĂŒr uns ist die Arbeit mit den Bienen weit mehr als ein Handwerk; es ist ein stĂ€ndiger Dialog, den wir mit allen Sinnen fĂŒhren.
Schon beim ersten Blick auf das Flugloch erahnen wir die Stimmung eines Volkes: Das geschÀftige Ein- und Ausfliegen, die Art, wie die Bienen landen und kommunizieren, erzÀhlt uns ihre Geschichte. Wer genau hinhört, erkennt an der Frequenz des Summens sofort, ob es einem Volk gut geht oder ob eine unruhige Tonlage auf eine Störung hinweist.
Wir arbeiten ohne Schleier und Handschuhe. In diesem direkten Kontakt spĂŒren wir die WĂ€rme und die Energie der Bienen unter unseren Fingern. Wir riechen die Entwicklung des Volkes: den frischen Nektar, den Duft der LindenblĂŒten und die feine, herbe Note des Waldes, die aus der Beute aufsteigt. Und ja, auch die Stiche gehören dazu; sie sind die unmittelbarste Form der Kommunikation.
Diese tiefe Verbundenheit zu unseren Völkern bildet das Fundament unserer Arbeit.

Wir betrachten unsere Bienen nicht als austauschbare Produktionsmittel, sondern als Lebewesen, die unsere Achtung verdienen. Das ist ein Versprechen, das wir uns selbst gegeben haben.
​Wir als Menschen haben den Bienen (Apis mellifera) durch den globalen Handel das Problem der Varroamilbe aufgehalst. Deshalb sehen wir uns heute in der Pflicht, sie bei dieser Herausforderung zu unterstĂŒtzen und sie vor den Folgen dieses vom Menschen verursachten Ungleichgewichts zu schĂŒtzen.
​Doch diese Verantwortung berechtigt uns nicht dazu, sie als austauschbare Ware zu behandeln.
​Dass sie Nutztiere sind, bedeutet fĂŒr uns nicht, dass wir ihre BedĂŒrfnisse ignorieren dĂŒrfen. Im Gegenteil: Unsere Aufgabe ist es, ihnen ein Leben zu ermöglichen, das ihre natĂŒrliche Biologie und ihre WĂŒrde respektiert – weit entfernt von Praktiken wie dem FlĂŒgelschnitt oder dem routinemĂ€ĂŸigen „AbdrĂŒcken“ von Königinnen.
Hinter jedem Glas Honig aus unserer Imkerei steckt weit mehr als die Arbeit der Bienen. Wer die Imkerei als reines Hobby sieht, unterschÀtzt oft die körperliche Anforderung, die sie mit sich bringt.
Imkern bedeutet anpacken. Wir bewegen unsere Völker in unwegsamem GelĂ€nde, arbeiten auf unebenen Böden und tragen schwere Lasten – ein voller Honigraum mit 18 Kilogramm Gewicht und mehr, dazu das Material, das von A nach B geschafft werden will. Das ist harte Arbeit, die wir unter allen Wetterbedingungen leisten. Wenn wir unsere Völker betreuen, bewegen wir uns im Rhythmus des Waldes und der Jahreszeiten, nicht in einem klimatisierten Raum.
Dieses Wissen darĂŒber, was es braucht, um den Honig vom Stock in das Glas zu bringen, ist fĂŒr uns Teil der WertschĂ€tzung. Wer unseren Honig kauft, unterstĂŒtzt damit direkt diese körperliche Arbeit und den Erhalt unserer Bienenvölker bei uns.

Unsere Liebe zum Detail hört aber nicht am Flugloch auf – wir sind Macher aus Überzeugung. FĂŒr uns gehört es zu einer ganzheitlichen Imkerei, so viel wie möglich mit den eigenen HĂ€nden zu erschaffen. Das fĂ€ngt bei den Begattungseinheiten fĂŒr unsere Königinnenzucht an, die wir selbst bauen, und geht bis hin zum Design auf dem Glas: Unsere Etiketten sind von Hand gezeichnet und komplett selbst gestaltet. FĂŒr die Zukunft haben wir uns noch mehr vorgenommen: Unser Ziel ist es, bald auch unsere Bienenbeuten komplett in der eigenen Werkstatt und nach Möglichkeit aus einheimischem Holz zu fertigen. Wir erleben dabei tĂ€glich selbst, wie herausfordernd es ist, all diese AnsprĂŒche – echtes Bienenwohl, ökologische Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und den eigenen Anspruch an Fortschritt – harmonisch miteinander in Einklang zu bringen. Es ist ein stĂ€ndiger AbwĂ€gungsprozess und oft ein Spagat. Doch genau dieser Weg, bei dem wir uns Schritt fĂŒr Schritt verbessern, macht unsere Imkerei aus. So steckt in jedem Glas Honig von Anfang bis Ende unsere eigene Handarbeit, viel Reflexion und echtes Herzblut.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist uns der Verzicht auf chemische Behandlungsmittel. Da wir unsere Bienen ungern SÀuren aussetzen, setzen wir auf biotechnische Methoden wie die totale Brutentnahme. Wir sind auf diesem Weg noch nicht ganz am Ziel, suchen aber gemeinsam mit unseren Bienen nach einer Lösung, die im Einklang mit ihrer Natur steht. Dies schont nicht nur die Gesundheit der Völker, sondern garantiert auch einen sicher behandlungsmittelfreien Honig.
BegĂŒnstigt wird diese QualitĂ€t durch unsere Region: Obwohl auch hier der Druck der Besiedlung immer spĂŒrbarer wird, werden hier so gut wie keine Spritzmittel eingesetzt, dadurch finden unsere Bienen eine sauberere Umwelt vor. Ihren Honig sammeln sie hauptsĂ€chlich an wild gewachsenen Kastanien- und LindenbĂ€umen – Orte, an denen die Natur noch ursprĂŒnglich ist und Ertragssicherung von Erwerbskulturen keine Rolle spielen.
Diese NaturnĂ€he setzen wir bei der Ernte fort: Wir schleudern den Honig erst, wenn er von den Bienen weitgehend verdeckelt und vollkommen reif ist. Anschließend wird er schonend gesiebt, abgeschĂ€umt und ohne schĂ€digende Hitze absolut naturbelassen abgefĂŒllt. So bleiben die feinen Aromen und wertvollen Inhaltsstoffe vollstĂ€ndig erhalten – unser Honig bleibt ein unverfĂ€lschtes Naturprodukt.
Im Rhythmus der Jahreszeiten
​Die Arbeit mit den Bienen folgt einem Rhythmus, den wir nicht bestimmen, sondern mit dem wir leben. Der Sommer ist unsere intensivste Zeit: Wenn die Bienen fliegen, sind wir draußen – bei jeder Witterung und mit vollem Einsatz. Es sind lange Tage, an denen die körperliche Arbeit an den StĂ€nden dominiert und jeder Handgriff genau sitzen muss.
​Der Winter bringt dann die erhoffte Ruhe. Wenn die Bienen in ihrer Wintertraube ruhen, holen auch wir uns die Zeit zurĂŒck, die wir im Sommer investiert haben. Doch "Ruhe" ist fĂŒr einen Imker relativ. WĂ€hrend der Honig in den GlĂ€sern ist, beginnt in der Werkstatt eine neue Phase: Material wird instand gesetzt, neue Projekte entstehen und Ideen fĂŒr die nĂ€chste Saison werden geschmiedet. Es gibt immer ein Bastelprojekt, das darauf wartet, umgesetzt zu werden, oder eine Verbesserung, die noch mehr Harmonie zwischen Bienen und Imkerei schafft. Ausserdem kann man ĂŒber Bienen und die Natur nie genug wissen.
Zur Wahrheit gehört fĂŒr uns aber auch: In der Imkerei lĂ€uft lĂ€ngst nicht immer alles glatt. Da gibt es Jahre, in denen das Wetter verrĂŒcktspielt, eine sicher geglaubte Tracht komplett ausbleibt oder ein Volk trotz aller FĂŒrsorge und bester Genetik unerwartet weisellos wird. Manchmal stehen wir am Bienenstand und mĂŒssen einsehen, dass unsere PlĂ€ne fĂŒr diesen Tag nicht zu den PlĂ€nen der Bienen passen. Wir mĂŒssen immer möglichst flexibel bleiben und uns an die UmstĂ€nde anzupassen, die uns die Natur vorgibt.